Dieser Tag hätte nicht "entspannter" starten können...
nach einer kurzen, wie gewohnt schwül-heißen Nacht bei gefühlten 35 Grad zu dritt in einem Bett und natürlich ohne Frühstück machten wir uns voller Elan samt Gepäck per Ricksha auf zum Bahnhof in Hyderabad. Allerdings entschädigte die durchaus ruhige Rickshafahrt vorbei am Stadtsee hinein in den indischen Sonnenaufgang so manches. Am Bahnhof angekommen und einige Wartezeit später waren die Tickets gesichert und wir stiegen in den Waggon, der für die nächsten Stunden unser Aufenthaltsort sein sollte. Wir hatten Glück und jeder ergatterte einen mehr- oder weniger geräumigen Sitzplatz. Uns begegnete neben Bettlern und netten indischen Mitreisenden auch verschiedenste Verkäufer Cay, Kaffee, Obst und sogar Popcorn sowie Wassertüten konnten erworben werden. Eine davon samt Inhalt, auf meiner linken Schulter- aber immerhin hatte das kleine Mädchen neben mir seinen Spass. Allerdings war unsere Reisegruppe Sonnenschein nach erfolgreicher Ankunft in Vijayawada alles Andere als gut drauf, weshalb zunächst eine kurze Pause eingelegt und jedes Einzelzimmer bezogen wurde. Gegen Nachmittag brachen wir dann zur Slumschule (genauer zur Dr. B. R.
AMBEDKAR Vidya Accademy EM. School) auf.
Die Kinder im Alter von vier bis fünfzehn Jahren erwarteten uns begeistert und in Schuluniform. Nach der lockeren Vorstellugsrunde bei frischer Kokosmilch folgte der wohl beeindruckenste Teil unseres Besuches. Alle Kinder stellten sich im Hof wie einstudiert auf und im nächsten Moment brach ein überwältigender Chorgesang aus Liedern und Gebeten über uns herein.
Trotz der exakten Syncronität behielt jedes Kind seine eigene Individualität. Manche schlossen die Augen, andere dagegen waren extrovertiert und brüllten eher statt zu singen. Unsere ganze Gruppe war Sprachlos und im nachhinein fast peinlich berührt, als wir aufgefordert wurden ebenfalls etwas vorzutragen. Letztendlich brachten wir dennoch ein bescheidenes "Bruder Jakob" zustande. Dannach verabschiedeten wir uns von den Kindern, die Zeitgeich mit deutschen Schülern in den Ferien gingen. Nach kurzer Besprechung beschlossen wir, den rest sich abends geteilt in zwei Gruppen zu verbringen. Einige gingen zu den SKCV Jungen, die anderen (zu denen auch ich zählte) wurden spontan von unserem Gastgeber Jimmi zum Essen bei sich zu Hause eingeladen. Die prunkvolle einrichtung stand in krassem Gegensatz zu der Armut, die wir bisher gesehen hatten. Alles in allem war er ein rundum gelungener Abend mit leckerem Essen (wahlweise sogar mit Besteck), leckeren und interessanten Gesprächen und neuen Bekanntschaften. Jeder, der dabei war, wir sicherich sehr gern an diesem Abend und den Tag zurück denken.
Damit verabschiede ich mich in eine weitere schwüle Nacht Indiens und wünsche unserer ganzen Gruppe Sonnenschein noch viel Spaß!
Eure Julia/ Jule/ Forchi
Eure Julia/ Jule/ Forchi
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen