Mit etwas Verspätung fuhren wir kurz nach acht los zum Frühstück.
Am Zielort angekommen, machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant.
Nach vielen Metern Fußweg ohne Erfolg und kurz vor dem Aufgeben fanden
wir schließlich einen Straßenhändler, der alles hatte, was wir kannten und gern
aßen. (Hoffentlich geht das gut.) Dann ging es ab ins Büchergeschäft – doch oh,
was ist das? Um 9.30 Uhr sollen sie öffnen, jetzt ist es fast zehn und kein Mensch
ist zu sehen. Plötzlich tat sich eine Tür auf, ein Mann kam heraus und öffnete uns
die Tür zum Buchladen. Jetzt hatten wir die Qual der Wahl bei einer Riesenmenge
an Kinderbüchern. Um 10.30 Uhr war dann die Entscheidung gefallen, und wir
kauften für ca. 6000 Rupien Bücher. Vollbepackt ging es weiter zum Frauenhilfeverein VMM.
Hier erfuhren wir viel über verschiedene Projekte, die die Rolle der Frau in der Familie stärken
sollen und vor häuslicher Gewalt schützen. Die Mitarbeiter machen den Frauen Mut und geben
ihnen die Möglichkeit, sich gegen gewalttätige Männer durchzusetzen. Ziel ihrer Arbeit ist aber
immer ein gemeinsames Miteinander für ein normales Familienleben. Hierfür arbeitet der Verein
gemeinsam mit der Polizei, denn auch in Indien ist Gewalt gegen Familienmitglieder strafbar.
Desweiteren kümmert sich das VMM-Team um Familien, in denen jemand mit dem HIV-Virus
infiziert ist und die deshalb von der Gesellschaft weitestgehend ausgeschlossen werden.
Nach diesem interessanten Gespräch ging es wieder zu den Jungs von SKCV, die uns sehr
freundlich mit einem kleinen Festmahl empfingen. Im Anschluss zeigten sie uns mit viel
Freude ihr Schulgebäude. Nach den letzten gemeinsamen Streicharbeiten in der Essenshalle
gab es ein gemeinsames Volleyballspiel, das die SKCV-Jungen klar gewannen. Einige von
uns verbrachten gemeinsam mit den Jungs das Abendessen und hatten anschließend beim
gemeinsamen Tanz viel Spaß. Als der Abschied von den Kindern nahte, fiel es schwer zu
gehen. Denn uns war bewusst, dass es unser letzterer längerer Aufenthalt mit ihnen war.
Mir werden die Jungen fehlen, denn sie haben uns mit so viel Freude empfangen, wie man
in Deutschland nur selten willkommen geheißen wird.
Es war wieder ein spannender, interessanter und sehr informativer Tag.
Umso mehr freue ich mich jetzt auf mein Bett, um alle Eindrücke verarbeiten zu können.
Sandra
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